Bundesregierung beschließt Entwurf des Sportfördergesetzes - Das sagt der DOSB

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Sportfördergesetzes beschlossen - Bild: DOSB / Bundeskanzleramt
Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Sportfördergesetzes beschlossen - Bild: DOSB / Bundeskanzleramt

Berlin/Frankfurt am Main - Das Bundeskabinett hat vor wenigen Tagen den Gesetzentwurf für ein Sportfördergesetz beschlossen. Der Regierungsbeschluss ist ein großer Schritt hin zur Neustrukturierung des Spitzensportsystems und der Gründung der Spitzensportagentur.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßt, dass der Entwurf nach der deutlichen Kritik des organisierten Sports noch einmal erheblich überarbeitet wurde. Allerdings bleiben auch weiterhin zentrale Spielräume ungenutzt. Die Augenhöhe zwischen Sport und Politik, die Unabhängigkeit der Agenturvorstände und die Reduzierung von Bürokratie bei den Förderverfahren sind noch nicht ausreichend erfüllt. Im nun beginnenden parlamentarischen Verfahren werden wir uns dafür einsetzen, dass der Entwurf an diesen Stellen noch Nachbesserung erfährt. Mit der Verabschiedung des Gesetzentwurfs im Bundestag ist im Herbst zu rechnen. Die Spitzensportagentur soll dann umgehend die Arbeit aufnehmen.

Thomas Weikert, Präsident des DOSB: „Deutschlands Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind international konkurrenzfähig – unsere Förderung ist es leider bislang nicht. Der heute von der Bundesregierung beschlossene Entwurf für ein Sportfördergesetz ist deshalb ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Spitzensportsystem und einer leistungsfähigen Leistungssportagentur, und wir bedanken uns beim Bundeskanzleramt für die konstruktiven Gespräche der vergangenen Wochen. Allerdings bleiben auch weiterhin zentrale Spielräume ungenutzt. Wir brauchen: echte Augenhöhe zwischen Sport und Politik, unabhängige Agenturvorstände und weniger Bürokratie. Wie notwendig das ist, zeigt die Standortentscheidung für Leipzig, die ohne Abstimmung über den Sport hinweg getroffen wurde. Solche Vorgänge verdeutlichen, dass die Agentur nicht zum Spielball politischer Interessen werden darf. Entscheidungen müssen sportfachlich begründet und auf Erfolg ausgerichtet statt Ergebnisse politischer Alleingänge sein. Es ist unsere Pflicht als Dachorganisation des deutschen Sports, auf jeglichen Optimierungsbedarf hinzuweisen und darauf zu drängen, sich damit spätestens im parlamentarischen Verfahren noch einmal zu befassen. Wir wollen nicht das schnellstmögliche, sondern das bestmögliche Sportfördergesetz erreichen.“

Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB: „Der DOSB begrüßt grundsätzlich, dass der erheblich überarbeitete Referentenentwurf für ein Sportfördergesetz nun dem Kabinett vorliegt. Dies ist sicher auch das Ergebnis konstruktiver und vertraulicher Gespräche in den vergangenen Wochen. Trotz wichtiger Annäherungen sehen wir aber weiterhin Optimierungspotenzial. Es besteht noch immer keine Augenhöhe zwischen der Politik und dem organisierten Sport. Das zeigt einerseits die Zweidrittel-Mehrheit der Politik im Stiftungsrat, andererseits sind wir verwundert über die gesetzliche Vorfestlegung auf den Standort Leipzig als Sitz der geplanten Leistungssportagentur, die ohne Rücksprache mit dem Sport wohl schon in der vergangenen Woche getroffen wurde. Das ist ein wenig faires Verständnis von Augenhöhe. Aus unserer Sicht gibt es andere Optionen, über die spätestens im Parlamentsverfahren diskutiert werden muss. Der DOSB würde gerne erfahren, wieso Frankfurt am Main angesichts seiner bedeutenden Rolle als Amtssitz des Dachverbands, der Sporthilfe und diverser Sportfachverbände und damit auch trotz des Vorhandenseins entsprechend qualifizierter Fachkräfte nicht berücksichtigt wurde.“

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