Maya Weishar: „Ich bin mit der zurückliegenden Saison sehr zufrieden!“

Würzburg – Es geht weiter nach vorne: Innerhalb der letzten Saison arbeitete sich Nationalspielerin Maya Weishar (TSC Heuchelhof) in der Weltrangliste von Platz 151 (1. Juli 2025) auf ihr bisheriges Karrierehoch von Platz 121 (15. Juni 2026) vor. Unser Pressesprecher Lennard Jessen traf sich jetzt mit der derzeit jüngsten Spielerin der Damen-Nationalmannschaft zum ausführlichen Sommerinterview.

DSQV: Hi Maya, wir sind hier beim großen Sommerinterview und ich möchte dich zunächst einmal fragen, wie du auf die vergangene Saison zurückblickst.

Maya Weishar: Als ich blicke sehr positiv auf meine Saison zurück. Ich hatte auf jeden Fall gute Ergebnisse und bin sehr zufrieden. Ich konnte einmal bei den Sportwerk Hamburg Open eine deutlich höher Gesetzte in der PSA-Weltrangliste schlagen. Dadurch habe ich wichtige Punkte auch für meine Ranglistenposition sammeln können und habe so meine beste jemals erreicht. Ich wurde Deutsche Vize-Meisterin, wo ich auch natürlich sehr mit zufrieden war. Und bei der Team EM konnten wir einen guten 9. Platz zusammen noch erzielen. Nach ein paar Startschwierigkeiten haben wir es als Team zusammen dann aber sehr gut geschafft. Ich war auch sehr zufrieden mit meiner Leistung und dann konnten wir zusammen den 9. Platz erzielen.

Auftaktsieg im April 2026 für Maya Weishar im mit 66.500 US-Dollar dotierten Damenfeld des Weltranglistenturniers Sportwerk Hamburg Open gegen Hayley Ward aus Südafrika, die in der Weltrangliste deutlich besser als Weishar platziert war – Bild: DSQV – Lennard Jessen

DSQV: Wie läuft dein Sommertraining?

Maya Weishar: Jetzt war ich für mehrere Tage einmal im Urlaub mit meinem Freund Finn-Lennart Koch in Ägypten. Das konnte ich gut zur Regeneration nutzen. Ansonsten sieht mein Sommertraining so aus, dass ich rund zweimal pro Tag auf dem Squashcourt stehe. Dabei stehen sowohl das Grundlagentraining als auch die Taktik besonders im Fokus. Dazu kommen viele weitere Einheiten abseits des Squashcourts. Ansonsten läuft das Training soweit echt gut.

DSQV: Was bedeuten dir deine Matches im Dress der deutschen Nationalmannschaft?

Maya Weishar: Jedes Mal sehr viel, das ist etwas ganz Besonderes als Mannschaft gemeinsam verantwortlich zu sein. Das sorgt für zusätzliche Motivation und Druck. Ich bin stolz auf unsere Damen-Mannschaft, gerade weil wir mit viel Teamgeist den Klassenerhalt in Division 1 bei der diesjährigen Team EM realisiert haben. Jeder wirft sich immer voll rein und gibt alles für das Team. Jeder Punkt zählt am Ende und ist wichtig.

Bei der Team EM 2026 im niederländischen Amsterdam gewann Maya Weishar alle fünf Matches für das deutsche Team – Bild: DSQV – Lennard Jessen

DSQV: In der Weltrangliste hast du dich um 30 Plätze im Vergleich zu Sommer 2025 gesteigert. Wo möchtest du am Ende der neuen Saison stehen und woran arbeitest du derzeit speziell?

Maya Weishar: Anvisiert habe ich die TOP 100. Dennoch wird es wichtig sein, sich immer kleine Ziele Schritt für Schritt zu setzen und von Turnier zu Turnier zu denken. Grundsätzlich muss ich lernen, geduldiger im Spiel zu sein. Ich habe zwar schon ein gutes Händchen, aber ich muss den passenden Angriffsmoment noch viel besser herausfinden.

DSQV: Was sind deine nächsten Highlights in der neuen Saison?

Maya Weishar: Mitte/Ende August geht es ins ungarische Budapest zur Einzel EM, wo ich zusammen mit Saskia die deutschen Farben bei den Damen hochhalten werde. Im Dezember steht die Team WM im südkoreanischen Cheongju an. Dazu kommen dann zahlreiche Weltranglistenturniere. Bei allen Events möchte ich so gut wie möglich performen und freue mich schon auf alle anstehenden Herausforderungen.

DSQV: Wie gehst du mit Niederlagen um und was lernst du daraus?

Maya Weishar: Es kommt für mich dabei auf die konkrete Niederlage an. Die Frage ist, wie man verliert. Wenn ich weiß, dass ich nicht 100 % gegeben habe, bin ich selbst schuld. Aber wenn ich weiß, dass ich alles in die Waagschale geworfen habe und nicht mehr herauszuholen konnte, ist eine Niederlage zu akzeptieren und daraus zu lernen.

DSQV: Welche Bedeutung hat der TSC Heuchelhof für deine sportliche Entwicklung und wie hast du dich hier inzwischen eingelebt?

Maya Weishar: Der TSC Heuchelhof hat eine sehr große Bedeutung für meine sportliche Entwicklung. Im Oktober 2024 bin ich hierher gezogen und wurde sehr liebevoll empfangen. Ich fühle mich pudelwohl und das Ganze ist inzwischen wie eine zweite Familie für mich geworden. Das zeigt auch, dass unsere inzwischen immer größer werdende Trainingsgruppe nicht nur viel gemeinsame Zeit auf dem Court und im Kraftraum verbringt, sondern auch häufig gemeinsame private Touren abseits vom Training unternimmt.

DSQV: Was fasziniert dich auch nach so vielen Trainingseinheiten immer noch am Squashsport?

Maya Weishar: Für mich ist es die enorme Vielseitigkeit des Sports: Du brauchst einfach sehr viele verschiedene Facetten, die du trainieren musst, um im Squash erfolgreich zu sein. Dazu gehören u.a. Koordination, Kraft, Schnellkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und noch viele andere Dinge. Das sorgt für viele kleine Erfolgserlebnisse und eine gewisses Quäntchen extra Motivation.

DSQV: Wenn du einen Tag lang eine andere Sportart ausprobieren könntest: welche wäre das und warum?

Maya Weishar: Ich glaube es wäre Volleyball, weil es ein Teamsport ist und sich dadurch vom Squashsport unterscheidet. Dass man es im Sommer draußen spielen kann, finde ich besonders cool.

DSQV: Welche drei Begriffe beschreiben dich als Sportlerin am besten?

Maya Weishar: Sensibel, emotional, ehrgeizig.

DSQV: Was würdest du jungen Menschen mit auf den Weg geben, die auch überlegen mit Squash zu beginnen?

Maya Weishar: Kommt zum Squash und habt gemeinsam Spaß. Ihr könnt euch schnell richtig auspowern und wisst, dass ihr ein gutes Ganzkörper-Workout mit maximalem Spaß und hohem Socializing hattet. Beim Squash tragt ihr die volle Verantwortung für eure eigene Performance, sodass ihr immer wisst, wo ihr gerade steht!

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

 

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