Warendorf – Finn-Lennart Koch und Maya Weishar haben vom 1. bis 19. September am Übungsleiter-Lehrgang der Bundeswehr teilgenommen.
Der Lehrgang ist für alle Sportsoldaten verpflichtend, um ihre Laufbahn in der Bundeswehr fortzuführen und anstehenden Beförderungen gerecht zu werden. Er bietet zugleich eine hervorragende Möglichkeit, Einblicke in die Strukturen der Bundeswehr zu gewinnen, persönliche Kontakte zu Soldaten zu knüpfen und wertvolle Erfahrungen auszutauschen.

Bei der Bundeswehr für Sportsoldaten läuft es so ab, man muss ganz normal zum Einstieg die Grundausbildung in der Kaserne in Hannover absolvieren, diese ist verkürzt auf 4 Wochen für alle Sportler. Die Grundausbildung wird auch nur mit anderen Topsportlern, von vielen verschiedenen Sportarten, abgelegt.
Als nächster Lehrgang findet dann der Übungsleiter-Lehrgang in Warendorf statt, dieser wurde ganz frisch von unseren beiden Nationalspielern absolviert. In diesem Lehrgang steht der Sport im Vordergrund, aber dazu später im Interview mit Finn und Maya mehr.
Als dritter Lehrgang steht der Unteroffiziers-Lehrgang erneut in Hannover an. Der Lehrgang wurde Ende letzten Jahres, von unseren drei Nationalspielern Saskia Beinhard, Katerina Tycova und Jan Wipperfürth erledigt. Dieser Lehrgang ist wiederum sehr militärisch und man bekommt einen richtigen Eindruck, was für ein Ton in der Bundeswehr herrscht. Man lernt, eine Gruppe an Soldaten in einem bestimmten Bereich, der zugelost wird, auszubilden und anzuführen.
Um den sportlichen Schwerpunkt wieder stärker zu betonen, wird der nächste und damit vierte Lehrgang wieder in Warendorf ausgeübt. Der Trainer BW-Lehrgang wurde ebenfalls Ende letzten Jahres von der deutschen Nummer 2 Yannik Omlor absolviert. In diesem Lehrgang lernt man viel über sportwissenschaftliche Studieninhalte, schreibt selbst eine kürzere Masterarbeit und muss auch einige Unterrichtsstunden selber übernehmen.
Der fünfte und damit letzte Lehrgang der Laufbahn als Sportsoldat findet wieder in Hannover statt. Der Lehrgang nennt sich Feldwebel-Lehrgang, diesen Lehrgang hat bisher nur die deutsche Nummer 1, Raphael Kandra, absolviert. Der Lehrgang besteht darin, eine ganze Gruppe an Soldaten komplett auszubilden. Von morgens bis abends ist die Aufgabe, angehende Soldaten auszubilden, anzuführen und den Tag über zu begleiten.

Genug zur Laufbahn unserer Sportsoldaten und hin zum Lehrgang von Finn und Maya in Warendorf. Dazu hat die DSQV-Presse ein Interview mit beiden geführt, um ein paar Insiderinformationen zu bekommen.
Wie war der Lehrgang für euch beide?
„Der Lehrgang war sehr cool und hat Spaß gemacht, wir haben viele Sachen gelernt und konnten sogar einige Erfahrungen mit den Soldaten austauschen. Wir haben jeden Tag viele verschiedene Sportarten ausüben und kennenlernen dürfen, wie z.B. Ultimate Frisbee oder Flagfootball. Sportarten, die man nicht jeden Tag sieht und vor allem in der Regel noch nie ausgeübt hat. Die ersten Tage waren auch recht anstrengend, wir hatten von 8-16:30 Uhr Dienst und waren den ganzen Tag auf den Beinen und sportlich aktiv. Trotzdem hatten wir viel Spaß mit den Soldaten und galten als kleines Highlight des Lehrgangs, da viele von den Soldaten noch nie mit Profisportlern in Kontakt waren, wurden wir über alles ausgefragt. Viele konnten sich nicht vorstellen, wie ein Profileben aussieht und wie die Tage so ablaufen, aber es war cool alles von A-Z zu erklären und die Reaktionen zu sehen.
Konntet ihr nützliches Wissen dazugewinnen und etwas mit nach Hause nehmen?
„Ja tatsächlich schon. Wir hatten neben den ganzen sportlichen Aktivitäten auch einiges an Theorieunterricht. Wir haben viel über Trainingstechniken und die Sportmedizin und Sporttheorie gelernt. Dazu gehören verschiedene Trainingstechniken, im Bereich Ausdauer, Kraft, Explosivkraft, Koordination und vieles mehr. Vorher haben wir immer auf unseren Coach, Simon Rösner gehört und nie etwas hinterfragt, jetzt wissen wir, wofür das ganze und weshalb er das Training so gestaltet, wie er es eben gestaltet. Es gehört viel mehr dazu, als nur blindes Draufhauen auf den Ball oder Fitnesstraining bis zum Kotzen. Neben dem ganzen theoretischen Teil, haben wir auch viele neue Sportarten kennengelernt und ausüben dürfen. Außerdem mussten wir auch selber eine Stunde planen, gestalten und anleiten, dabei sind wir auch ein bisschen aus der Komfortzone gekommen. Ist schon ein komisches Gefühl, vor einer Gruppe Soldaten zu stehen und denen zu sagen was zu tun ist, aber alle waren super drauf und haben sehr gut mitgemacht. Neben den ganzen Sportlichkeiten konnten wir auch viele Erfahrungen mit den Soldaten austauschen und haben einen guten Eindruck bekommen, wie es in der Bundeswehr in verschiedenen Bereichen abläuft und welche Bereiche es alles gibt, vor allem welche, wo man nicht mal wusste, dass es so einen Bereich in der Bundeswehr gibt. Schon echt überraschend wie vielfältig die Bundeswehr aufgestellt ist, was man von außen gar nicht so mitbekommt“.
Wie hat der Lehrgang euer Training beeinflusst und wie konntet ihr zu der Zeit trainieren?
„Gute Frage, genau davor hatten wir am Anfang ein bisschen Angst, denn wir wussten nicht was uns bei dem Lehrgang erwartet und wussten daher auch nicht, wie viel Zeit wir tatsächlich haben zum trainieren. In den ersten Tagen war es echt nicht leicht sein Training durchzuziehen, da es definitiv eine Umstellung zu unserem normalen Alltag war. Da wir schon früh Dienstbeginn hatten, konnten wir nur eine Einheit am Tag machen, aber durch die ganzen sportlichen Aktivitäten am Tag, war es gar nicht so schlimm. Wir sind sehr oft nach Dienstschluss nach Münster gefahren und haben dort trainiert. Einige Male waren wir auch in Paderborn zum Training, aber in der Kaserne selbst, gab es auch ein echt gutes Gym, welches wir auch regelmäßig benutzt haben. Es gab also reichlich Möglichkeiten, sich fit zu halten und weiter hart zu arbeiten. Da wir uns zurzeit auch wieder in der Saison befinden, hatten wir an den Wochenenden auch immer Wettkämpfe. Das erste Wochenende haben wir die deutsche Rangliste in der Kaifu Lodge gespielt, das zweite Wochenende hatten wir Bundesliga und beim dritten Wochenende ging es dann auch schon nach Hause. Natürlich war es manchmal echt hart, nach einem langen Dienst am Abend, noch trainieren zu gehen, aber das ist nun mal unser Job. Alles in allem kann man sagen, wir hatten echt Spaß auf dem Lehrgang, sind aber auch froh, dass wir den jetzt wieder hinter uns haben, um wieder besser in einem gewohnten Umfeld trainieren zu können“.



















