Maintal/Wroclaw – Heute startet die Einzel-Europameisterschaft für Masters im polnischen Wroclaw. Wir unterhielten uns dazu kurz vor dem Turnierstart mit unserer Vizepräsidentin Masters Störte Becker.
DSQV: Rund 600 Squashmasters starten bei der Einzel-EM. Aus Deutschland kommen sehr viele Meldungen und ist damit teilnehmeranzahlbezogen eine der größten Nationen vor Ort. Was sagt das deiner Meinung nach über den deutschen Masters-Bereich aus?
Störte Becker: Dass wir eine sehr aktive Masters-Szene haben, die auch große Bereitschaft und Freude für internationale Turniere mitbringt.

DSQV: Welchen Deutschen rechnest du ggf. Podiumsplätze in den jeweiligen Altersklassen aus?
Störte Becker: Tatsächlich haben wir auch einige Teilnehmer*innen am Start, denen durchaus ein Podiumsplatz zuzutrauen ist. Allen voran natürlich Predi Fritsche als aktueller Weltmeister seiner Altersklasse M55+. Dazu ebenso Favoritin ihrer Altersklasse ist Astrid Reimer-Kern (W35+) als topgesetzte Spielerin. Aber auch Julian Wollny (M40+), Heiko Schwarzer (M45+) und Armin Hameed (M45+) ist einiges zuzutrauen. Gespannt sein dürfte man auch, wie Robert Keilmann sich als ältester deutsche Teilnehmer in der Altersklasse M80+ schlagen wird. Robert ist für sein Alter noch unglaublich fit.
Bei den weiteren Mädels sieht es in einigen Altersklassen auch ganz hoffnungsvoll aus. In der Altersklasse W40+ traue ich Nicole Seils, Claudia Müller und Janina Jasper einiges zu. Bei den Damen 50+ haben wir dann noch Iris Stockbauer und Melanie Kreisel am Start, die beide Chancen auf einen Podiumsplatz haben.
DSQV: Von der Altersklasse 35+ bis zur 80+ ist eine sehr breite Altersspanne in Wroclaw am Start. Was leitest du daraus ab?
Störte Becker: Das zeigt, dass Squash dazu beiträgt, dass die Leute lange fit bleiben. Squash tut gesundheitlich einfach gut. Die große Alterspanne ist der beste Beweis dafür, dass es so ist. Gerade die Masters im höheren Alter finde ich dabei besonders beeindruckend.
DSQV: Wie läuft dein eigenes Training? Bist du soweit fit?
Störte Becker: Ich spiele nun zum ersten Mal Damen 60+. Körperlich bin ich ziemlich fit, habe in den letzten Monaten mich gut vorbereitet. Dennoch gehe ich sehr locker in das Turnier. Mir geht es in erster Linie darum, Spaß zu haben und die Zeit unter Freunden einfach zu genießen. Das Ergebnis ist für mich sekundär. Wenn ich gewinne, ist es natürlich gut, aber wenn nicht, ist es auch kein Drama.
DSQV: Wie ist die Stimmung im deutschen Masters-Team aktuell?
Störte Becker: Ich bin stolz auf unser Masters-Team, die Stimmung ist gut. Nur selten gibt es Leute, die Dinge mal anders sehen. Alle unterstützen sich gegenseitig, besonders vor Ort wird viel gemeinsame Zeit verbracht, worauf ich mich bereits auch abseits des Squashcourts sehr freue.
DSQV: Etwas Regelkunde muss auch sein: Kannst du erklären, wie die Setzungen zustande kommen?
Störte Becker: Das sind mehrere Faktoren, die da reinspielen. Da zählen beispielsweise die Ergebnisse der Weltmeisterschaft rein, die Rangliste der European Squash Federation und auch nationale Ranglisten und Turnierergebnisse werden herangezogen. Besondere Herausforderung ist jedes Mal für das Setzungskomitee, dass meist immer viele neue Gesichter dabei sind. Das macht das Ganze nicht unbedingt leichter, aber das Setzungskomitee der ESF macht sich hier sehr viele Gedanken. Sicherlich kann man nicht alle zufrieden stellen, das ist ganz normal. Wenn mir dabei mal ein grober Fehler auffallen sollte, wende ich mich rücksichtsvoll mit einem netten Hinweis an das ESF-Setzungskomitee.
DSQV: Was sind deine Gedanken zur ausrichtenden Anlage?
Störte Becker: Sie ist absolut faszinierend! Dass sich eine so große Anlage mit rund 30 Squash-Courts hält, finde ich beeindruckend. Für eine Teilnehmerzahl von rund 600 Squashmasters ist es sehr schön, dass alles in einer Anlage ausgespielt werden kann, da dann kein Transport zwischen den Hallen organisiert werden muss.
DSQV: Warum sollte jeder Squash-Master mindestens einmal bei einer EM dabei gewesen sein?
Störte Becker: Weil es ein unglaublich schönes Erlebnis ist, so viele Menschen anderer Nationen mit gleichem Interesse zu treffen. Es ist einfach ein Highlight!
DSQV: Gibt es noch etwas, was du als Vizepräsidentin Masters den deutschen Teilnehmer*innen mit auf den Weg geben möchtest?
Störte Becker: In erster Linie wünsche ich allen deutschen Squashmasters, dass sie verletzungsfrei bleiben und viel Spaß haben werden. Alle mögen mit anderen Spieler*innen bitte genauso umgehen, wie sie selbst auch behandelt werden möchten. Auch wenn mal etwas nicht gleich perfekt vor Ort laufen sollte, sollte sich daran erinnert werden, dass ganz viele Personen vor Ort die Organisation weitestgehend ehrenamtlich mit großer Hingabe für unseren Sport durchführen.
Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.





















