Mats Oliver Efken: „Ich möchte in jeder Altersklasse in der Jugend Deutscher Meister werden!“

Hasbergen – Mitte Juli wurde er gerade 12 Jahre alt: Mats Oliver Efken, der zur neuen Saison für den SC Fit-Fun Berlin aufschlägt und als Gastspieler parallel weiterhin bei seinem Ursprungsverein SC Hasbergen spielt, hat in der Jugend bereits die deutschen Titel in den Altersklassen U11 und U13 gewonnen. Jetzt war er gerade für rund fünf Wochen in einem Auslandstrainingslager in Malaysia und wurde jüngst erstmals für den deutschen Nachwuchskader U15 nominiert. Im DSQV-Interview berichtet das Nachwuchstalent ausführlich über sein Trainingslager in Malaysia, nennt seine langfristigen Ziele, spricht über seine Nominierung in den deutschen Jugendkader U15 und antwortet auch auf viele weitere Fragestellungen.

Mats Oliver Efken – Bild: privat

DSQV: Hallo, Mats. Du warst jetzt für rund fünf Wochen in Malaysia in einem privat organisierten Trainingslager. Wie kam es dazu?

Mats Oliver Efken: Hallo, Lennard. Ja genau, das ist richtig. Ich wollte einfach mal das Squashtraining in einem anderen Land kennenlernen, nachdem ich international schon so viele tolle andere Kids auf meinen Turnieren treffen konnte. Mein Papa war die gesamte Zeit auch dabei, meine Mutter machte hier parallel zusammen mit meinem Papa drei Wochen lang Urlaub in der Region. Ursprünglich hatte ich vor nach Pakistan zu gehen – ganz wie Simon Rösner vor ganz vielen Jahren es auch getan hat. Aufgrund der derzeitigen Lage dort habe ich mich aber dann gegen Pakistan entschieden. Die Idee für Malaysia kam ursprünglich bei den Belgian Junior Open auf, als mein Vater sich mit dem Vater von Dahlia Cherian über Trainingsmöglichkeiten im Ausland unterhielt. Dahlia war nämlich bereits in Malaysia zum Training und so entstand dann die Idee und auch der Kontakt nach Malaysia.

DSQV: Das ist ja spannend. Und wie sind die Rahmenbedingungen dort und wie sah dein Training in Malaysia grob aus?

Mats Oliver Efken: Angesiedelt war das Trainingscamp in der Hauptstadt Kuala Lumpur bei einem Trainer namens „Gul“. Er leitet dort mit mehreren Trainern zusammen eine eigene Squash-Akademie für Spielerinnen und Spieler, sein Vater ist Nationaltrainer von Pakistan. Gul nutzt für seine Akademie die Courts der dortigen Universität. Fünf Mal pro Woche gab es immer Gruppentraining. Da wuselten rund 40 Kids in der Anlage umher.

In insgesamt 35 Tagen habe ich 50 Mal trainiert, dabei habe ich natürlich auch einige Regenerationstage jede Woche gehabt. Morgens standen meist Einzeleinheiten mit den Trainern im Bereich Kräftigung, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination auf dem Plan, wohingegen am Abend spielerische Elemente den Fokus bildeten.

DSQV: Und wie hat dir der Aufenthalt in Malaysia insgesamt gefallen?

Mats Oliver Efken: Das war eine super Zeit in Malaysia! Die haben dort auch eine tolle Squashcommunity mit sehr vielen Kids. Ich konnte sogar Jugendliche von meinen internationalen Turnieren in der Squashakademie wiedertreffen. Das Leben und Training sind meist sehr nah miteinander verbunden, die Kids essen oft gemeinsam in der Anlage zum Abend. Malaysia ist ein tolles Land, ich konnte auch etwas die Gegend mit meinen Eltern erkunden. Ich würde sehr gerne im nächsten Jahr erneut dorthin gehen. Meine Eltern sind bereits am Ausloten, wie sie mir das wieder ermöglichen können, da es ihnen dort auch sehr gut gefallen hat! Ich bin ihnen dafür sehr dankbar.

Mats Oliver Efken (2. von rechts) wurde beim Ländervergleichskampf im Mai 2025 Dritter mit dem deutschen U13-Team – Bild: DSQV

DSQV: Du wurdest letztes Jahr Deutscher Jugend-Einzelmeister U11 und in diesem Jahr in der U13, das sogar ohne Satzverlust. Beim Ländervergleichskampf und anderen kontinentalen Turnieren erzielst du regelmäßig gute Ergebnisse. Was hast du dir auf lange Sicht für Ziele gesteckt?

Mats Oliver Efken: Ich möchte in jeder weiteren Altersklasse in der Jugend Deutscher Meister werden! Außerdem möchte ich ganz viele Turniere spielen und möglichst viele davon gewinnen! Sollte ich irgendwann auf der PSA-Weltrangliste spielen, so möchte ich auch dort so erfolgreich wie möglich sein!

DSQV: Du wurdest jetzt mit gerade 12 Jahren das erste Mal in den deutschen Nachwuchskader U15 nominiert. Was sind deine Gedanken dazu?

Mats Oliver Efken: Ich freue mich auf jeden Fall auf das Reisen. Mir ist durchaus bewusst, dass ich wohl im ersten Jahr aufgrund meines noch jungen Alters noch nicht viel gewinnen werde! Da hängt die Messlatte noch extrem hoch. Aber ich komme gut klar damit, wenn ich verliere. Das gehört zum Sport bekanntlich auch dazu. Dennoch ist die Nominierung eine sehr große Chance für mich, worüber ich sehr glücklich bin und sie nach Einladung durch den Bundestrainer auch angenommen habe.

DSQV: Wo siehst du deine Stärken und Schwächen?

Mats Oliver Efken: Meine Schwäche ist auf jeden Fall der physische Bereich. Wohl auch durch mein Alter von gerade erst 12 Jahren ist dieser noch nicht so stark. Aber daran kann ich ja noch gut arbeiten! Zu meinen Stärken gehört denke ich das Spielverständnis und das Ballgefühl.

DSQV: Wie sieht eine gewöhnliche Trainingswoche denn so grob aus?

Mats Oliver Efken: Montags mache ich oft Pause, da am Wochenende oft Turniere oder Liga sind. Insgesamt trainiere ich – wenn kein Turnier am Wochenende ist – rund 5 – 6 Tage pro Woche. Ich bin so gut wie jeden Tag auf dem Court zu finden. Am Donnerstag nehme ich an einem offenen Spielertreff in Hasbergen teil.

Mats Oliver Efken in Action bei den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften 2025 – Bild: DSQV – Lennard Jessen

DSQV: Hast du ein Vorbild? Wenn ja: wer und warum?

Mats Oliver Efken: Das ist Miguel Angel Rodriguez! Er zeigt sehr eindrucksvoll auch im hohen Alter noch sehr gute Leistungen! Ich möchte auch so lange so fit bleiben! Außerdem hatte er auch mal Tecnifibre als Sponsor, wie ich jetzt habe. Zudem mag ich seine Spielart, die ich einfach cool und unterhaltsam finde.

DSQV: Du bist ja viel auf Turnieren unterwegs. Was gefällt dir außerhalb des sportlichen Wettkampfes an Jugendturnieren besonders gut?

Mats Oliver Efken: Das sind definitiv die ganzen anderen Jugendlichen! Ich treffe dort so viele andere nette Kids, die Community im Squash mit Kids im gleichen Interesse ist einfach schön. Außerdem sind daraus schon erste Freundschaften entstanden: Mit der Familie Mahl aus Bayern und Stammberger aus Berlin sowie Mattis Heißenberg aus Paderborn treffen wir uns regelmäßig. Dann trainieren wir gemeinsam oder verbringen einfach Zeit auch an Wochenenden miteinander.

DSQV: Hast du zum Schluss noch etwas, was du im Squashbereich einmal sagen möchtest?

Mats Oliver Efken: Ich möchte mich sehr gerne einmal bei allen meinen Sponsoren und Unterstützern bedanken, ohne die das alles nicht möglich wäre! Das sind vor allem Tecnifibre, JoBe Squash, der SC Hasbergen und mein Papa als Trainer sowie meine Familie!

DSQV: Vielen Dank dir für deine Zeit für dieses Interview, Mats! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben und werden deinen Weg gespannt verfolgen!

Mats Oliver Efken: Ja, danke. Sehr gerne.

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

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