Markus Sojka: „Ich bin squashverliebt und möchte wieder größere Events nach Süddeutschland holen!“

Nürnberg – Der Name Markus Sojka und der Sportpark Nord in Nürnberg sind untrennbar miteinander verbunden: Seit 19 Jahren ist er Betreiber und seit vier Jahren sogar Eigentümer der Anlage. Zahlreiche große nationale und internationale Turniere wie z.B. Team EM Damen/Herren 2012, German Junior Open, Deutsche Meisterschaften der Damen, Herren und Senioren sowie Deutsche Ranglistenturniere wurden bereits im Sportpark Nord ausgetragen. Sojka spielte selbst sehr erfolgreich und war in den höchsten deutschen Ligen in verschiedenen Vereinen aktiv. Zum Squash ist er durch seine Mutter gekommen und stand schon als Jugendlicher mit rund elf Jahren in seiner heutigen Anlage selbst auf dem Court. Im DSQV-Interview blickt er auf die anstehenden Deutschen Meisterschaften in der Jugend im Einzel und bei den Damen in der Mannschaft, die beide in Nürnberg stattfinden, und gibt weitere Einblicke zu verschiedenen Themenstellungen.

Markus Sojka

DSQV: Seit Mitte März dieses Jahres hast du einen festinstallierten Glascourt in deiner Anlage. Welche Gedanken hast du dazu?

Markus Sojka: „In erster Linie bin ich seit sehr vielen Jahren squashverliebt. Es sind sehr viele Events im Norden und ich möchte auch wieder größere Events mal wieder in den Süden holen. Durch unsere gute Lage und verkehrstechnische Anbindung wie nur rund fünf Minuten zum Flughafen und rund zehn Minuten zum Bahnhof haben wir weitere gute Argumente für den Standort hier bei uns. Außerdem möchte ich auf den Zug aufspringen, dass Squash im Jahr 2028 in Los Angeles das erste Mal bei Olympia vertreten sein wird und hier aktive Promotion für den Sport machen.“

DSQV: Mit den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften jetzt am kommenden Wochenende und den Deutschen Damen-Mannschaftsmeisterschaften Ende Mai habt ihr zwei größere nationale Events bei dir im Center. Wie laufen eure Vorbereitungen?

Markus Sojka: „Die Vorbereitungen laufen bisher super. Wir haben ja schon zahlreiche große Events bei uns gehabt. Von daher ist es nichts Neues für uns, wir sind alle inzwischen ein gut eingespieltes Team.“

DSQV: Wie sieht bei euch die Squashsituation in der Anlage allgemein aus?

Markus Sojka: „Die ist echt gut! Wir haben aktuell zwei ansässige Vereine und einen großen Freizeitspielerbereich bei uns. Dazu gibt es regelmäßige Turniere. Um neue Leute wird sich bei uns auch gut gekümmert. Die Courts sind sehr gut besucht: Zwischen 17 und 22 Uhr ist in der Regel alles ausgebucht. Wichtig ist vor allem, wie man den Leuten vor Ort in der Anlage umgeht und dass die Kunden sich einfach wohlfühlen. Wir haben ein sehr familiäres Klima bei uns, ich kenne rund 95 % meiner Kunden mit Vornamen. Bei uns bleiben die Leute auch nach dem Spielen sitzen und halten sich gerne in unserem Gastro-Bereich auf.

Markus Sojka

DSQV: Welche Erwartungen hast du an LA 2028?

Markus Sojka: „Ich bin da etwas unsicher und glaube, dass man diese Frage geteilt beantworten muss. Für einen Verband erwarte ich da z.B. im Bereich von etwaigen Fördermöglichkeiten speziell im Leistungssportbereich oder dem Schließen neuer Partnerschaften schon einige Auswirkungen. Im Bereich der Freizeitspieler*innen wird es glaube ich keine so große Auswirkung haben. Entweder spielen die Leute Squash oder eben nicht. Ich persönlich entscheide mich auch nicht für eine Sportart, nur weil sie jetzt bei Olympia vertreten ist. In Bezug auf meine Anlage glaube ich, dass es weitestgehend wie bisher weitergehen wird, bei mir läuft alles wunderbar. Aber generell wird es Squash definitiv mehr Aufmerksamkeit bringen.

DSQV: Was denkst du zur neuen DSQV-Initiative Squash Up! ?

Markus Sojka: „Ich finde das eine gute Sache. Man muss natürlich sehen, wie es sich weiterentwickelt und verbreitet. Ich bin da aber guter Dinge und hoffe, dass es viele positive Auswirkungen haben wird. Die Aktivierung und Entwicklung neuer Jugendlicher ist insgesamt kein leichtes Thema. Einerseits ist es schwer, in eine Zusammenarbeit mit den Schulen zu kommen, andererseits werden die meist ehrenamtlich tätigen Personen auch nicht unbedingt mehr. Es ist gut, dass Squash Up! das Thema Schule auch im Fokus hat.“

DSQV: Ein erheblicher Anteil von Squashspieler*innen ist nicht organisiert. Mit welchen Ansätzen versuchst du als Hallenbetreiber diese Zielgruppe zu erreichen und einzubinden?

Markus Sojka: „Über Jahre hatten wir montagabends immer eine sehr erfolgreiche Freizeitliga. Das waren fest im Voraus geplante Termine. Das wurde den meisten dann scheinbar zu verbindlich bzw. erwies sich als zu fixiert. Daher haben wir darauf reagiert und nun einen sogenannten „Montagstreff“ eingerichtet. Dort kann jeder Squashfan vorbeischauen und wird durch andere Leute angeleitet. Auch bieten unsere Vereinsspieler die Möglichkeit an, dass sie gerne neuen Interessenten Regeln erklären und Einweisungen in den Sport geben.“

DSQV: Danke für deine Zeit des Interviews, Markus. Wir sehen uns bei den anstehenden Meisterschaften!

Markus Sojka: „Danke euch für dieses Interview. Wir sehen uns!“

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

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