Dennis Welte: „Langfristig möchte ich Squash professionell ausüben!“

(LJ) Stuttgart – Dennis Welte wurde 2017 Deutscher Jugendmeister U13, spielt seit seinem 9. Lebensjahr Squash, war bereits zweimal für die deutsche U15-Jugendnationalmannschaft für Europameisterschaften nominiert (darunter einmal ihr Topspieler) und er hat ein großes Ziel: Der 16-jährige Jugendspieler (derzeitiger Verein: Moskitos Waiblingen) möchte langfristig Squash professionell ausüben. Um seinen nächsten Schritt zu gehen, wird er ab August dieses Jahres nach Paderborn ziehen und das dortige Sportinternat in der Klasse 11 besuchen. DSQV-Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Lennard Jessen interviewte Welte zu verschiedenen Thematiken.

Dennis Welte zieht ab August nach Paderborn, wird dort das Sportinternat besuchen und fortan für den Paderborner SC aufschlagen – Bild (Archiv): Henning Angerer

Hallo, Dennis. Super, dass du Zeit und Lust für ein DSQV-Interview hast. Fangen wir gleich mal an: Dein letztes internationales Jugendturnier (German Junior Open 2020) und dein letztes nationales Jugendevent (2. DSQV-Jugendrangliste 2019) liegen inzwischen aufgrund der COVID-19-Pandemie weit über ein Jahr zurück. Bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften 2020 hattest du nicht gemeldet. Wie waren die vergangenen Monate trainingsmäßig für dich und wie hast du die Motivation hochgehalten?

Servus, Lennard. Kein Problem. Gerne. Es fiel mir insgesamt schwer, sich zu motivieren, da schlicht das Ziel durch zahlreiche Verschiebungen oder Absagen der Turniere immer unklar war. So wusstest du nie genau, für welchen Wettkampf du dich gerade vorbereitest. Gut ist jedoch, dass der DSQV hier eine eigene Weltranglistenturnierserie ins Leben gerufen hat, an der Weltranglistenspieler teilnehmen können. Da habe ich mich dann auch registriert und war entsprechend fokussiert für das Turnier. Während der gesamten Zeit habe ich oft mit unserem neuen Jugend-Landestrainer Manuel Fistonic gearbeitet und auch individuell viele eigene Einheiten absolviert. Dies waren vor allem physische Einheiten wie laufen oder Rad fahren, solange Workouts in einer Anlage noch nicht zulässig waren. Ich habe dabei immer an meine Ziele gedacht und mich damit zusätzlich motiviert.

In der U15 warst du zweimal für die Jugendnationalmannschaft für Teameuropameisterschaften nominiert und warst dabei sogar einmal ihr Topspieler. Wie waren diese Einsätze für dich?

Das waren sehr schöne Erfahrungen, die auch sehr aufregend waren. Hier misst du dich mit den besten europäischen Nachwuchsspielern. Ich spiele sehr gerne für Deutschland und es hat mir viel Spaß gebracht. Weiterhin werde ich hart dafür arbeiten, erneut für das deutsche Team nominiert zu werden.

Du spielst seit deinem 9. Lebensjahr Squash. In dieser Zeit hast du schon sehr viel erlebt im Squashsport. Was sind neben den EM-Einsätzen deine bisher schönsten Erinnerungen im Squash?

Das ist ganz klar der Gewinn der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft U13 im Jahre 2017. Ebenfalls wie bereits erwähnt waren die Einsätze für die Jugendnationalmannschaft auch etwas ganz Besonderes. Tolle Erlebnisse sind auch die zahlreichen Jugendtrainingslager mit anderen Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspielern.

Du gehst derzeit auf das Otto-Hahn-Gymnasium in Ludwigsburg und belegst dabei das Sportprofil. Was sind deine Pläne und Ziele sowohl lang- als auch kurzfristig?

Langfristig möchte ich Squash professionell betreiben. Daher habe ich mich dazu entschlossen, ab Anfang August nach Paderborn zu ziehen und dort das Sportinternat ab der 11. Klasse zu besuchen, um dort mein Abitur abzulegen und parallel so viel Squash trainieren zu können wie nur möglich. Die Rahmenbedingungen in Paderborn sind dafür ideal. Daher werde ich auch zukünftig für den Paderborner SC auflaufen und somit meinen Verein zur neuen Saison wechseln. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit in Paderborn. Ebenfalls möchte ich verletzungsfrei bleiben und gesund meinen Sport langfristig ausüben können. Kurzfristig steht ein gutes Ergebnis bei den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften auf meiner Agenda.

Blicken wir einmal auf Squash allgemein: Wie hebt Squash sich für dich von anderen Sportarten grundsätzlich ab?

Für mich ist das definitiv die Vielfalt des Sports: Jeder kann seinen eigenen Spielstil und eigene Stärken entwickeln. Entweder bist du beispielsweise eher Technik- oder Taktikspieler. Mir gefällt dabei der Variantenreichtum besonders gut.

Wie definierst du Erfolg?

Erfolg ist für mich, wenn ich meine zuvor gesteckten Ziele erreiche und dabei auch den Spaß nicht aus den Augen verliere.

Hast du ein Vorbild und wenn ja: welches und warum?

Ich habe gleich zwei englische Vorbilder: Dies sind James Willstrop und Nick Matthew. In seiner „Prime Time“ war James quasi unschlagbar. Er hat eine gute Ballkontrolle. Nick war der erste Spieler, von dem ich so richtig beeindruckt war. Dabei mag ich besonders seinen unglaublichen Ehrgeiz und seine physische Stärke finde ich beeindruckend.

Abschließend überlasse ich dir das Feld: Möchtest du noch etwas Allgemeines loswerden?

Ja. Meiner Meinung nach sollte versucht werden, dass wir alle im Squashsport mehr zusammenarbeiten. Es gibt manchmal etwas viel „Klein-Klein“.

Danke dir für deine Zeit des Interviews, Dennis. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben.

Gerne, kein Problem, Lennard.

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

 

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