Robin Ebert: „Erfolg ist das Ergebnis aus der Summe von Talent, harter Arbeit und viel Zeit!“

(LJ) Paderborn – Robin Ebert (21, 1. SC Karlsruhe) ist bodenständig, talentiert und arbeitet stets konsequent und hart an seinen gesteckten Zielen. Als vierfacher Deutscher Jugendeinzelmeister von der U13 bis zur U19 hat er bereits in der Jugend auf sich deutlich aufmerksam gemacht und hat mit seinem jüngsten Umzug nach Paderborn den nächsten Schritt in seiner jungen Karriere unternommen. Im Interview mit DSQV-Pressesprecher Lennard Jessen nimmt Ebert dazu und noch Vielem mehr ausführlich Stellung.

Robin Ebert im ausführlichen DSQV-Interview – Bild (Archiv): DSQV – Lennard Jessen

Dein letztes nationales Turnier war das 29. Dreikönigsturnier in Bornheim im Januar dieses Jahres vor deinem jüngsten Weltranglistenturnier in Uster. Wie hast du die Zwischenphase überbrückt?

Zunächst habe ich am Anfang erst einmal eine Pause eingelegt, war im Urlaub in Ägypten und habe viel Zeit mit der Familie verbracht. Nach drei Wochen bin ich wieder in das Training unter den gegebenen Umständen eingestiegen. Da standen dann u.a. Laufen, Zirkeltraining, Fitness und viele Einheiten auf dem Court auf dem Plan. Ich habe, ehrlich gesagt, diese turnierfreie Zeit auch einmal etwas genießen können. Zeitgleich schaute ich vermehrt alte Matches an.

Du bist inzwischen nach Paderborn gezogen und hast dort eine feste Wohnung. Was waren die Beweggründe dafür?

In Paderborn trainieren die besten Squashspieler Deutschlands und auch die Trainingsbedingungen sind hier einfach sehr professionell. In Stuttgart war ich mit meinem Studium nicht zufrieden und habe mich daher für einen Neustart an anderem Ort entschieden. Die Zusage für das neue Studium hier in Paderborn im Fach Wirtschaftsingenieurwesen ist bereits da, sodass ich dem Start Anfang November bereits entgegenfiebere.

Im diesem Jahr warst du jetzt zum ersten Mal bei einem Trainingslager der Deutschen Nationalmannschaft der Herren dabei. Wie hat dir das gefallen und was nimmst du daraus mit?

Es war super und hat viel Spaß gemacht. Das Niveau im Training ist hoch und es macht mir Spaß, in jeder Einheit unter Zugzwang zu stehen und an seine Grenzen zu gehen. Das war daher eine tolle Herausforderung mit höherer Intensität, der ich mich gerne gestellt habe. Die Einstellung der Mannschaft ist sehr motivierend, was ich gut finde.

Auch wenn es durch die COVID-19-Pandemie sicher nicht leicht ist: Welche Ziele hast du dir für die nächsten zwei Jahre gesetzt?

Ich möchte auf jeden Fall bei einer EM oder WM für die Deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Das wäre schon toll. Außerdem beabsichtige ich, nach mehreren kleineren Weltranglistenturnieren auch einmal in größere Turniere hereinzukommen. Insgesamt möchte ich mich selbst kontinuierlich weiterentwickeln und die richtigen Weichen stellen. Ich bin überzeugt, dass mir dies hier in Paderborn möglich ist.

Du warst vor Kurzem bei der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft als Betreuer des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen mit von der Partie. Welchen besonderen Tipp hast du als vierfacher Deutscher Jugendeinzelmeister in allen vier Altersklassen von der U13 bis zur U19 für aufstrebende Nachwuchskräfte?

Es ist sehr wichtig, dass die Mischung aus Motivation und Spaß jederzeit gegeben ist und dass man immer an sich und seine Ziele glaubt.

Motivation gilt als mitentscheidender Faktor im Wettkampf: Wie motivierst du dich zum Training, wenn du mal nicht so motiviert bist?

Ich frage mich in solchen Momenten, wo ich hinkommen möchte. Dann zwinge ich mich ins Training, wenn meine Gedanken auf meine Konkurrenten übergehen und ich überlege, was die gerade machen. Ich möchte meiner Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Oft motiviere ich mich auch mit Musik und auch mein neues Umfeld hier in Paderborn ist ein großer Motivationsfaktor für mich.

Bleiben wir noch einmal kurz beim Punkt Motivation, legen den Fokus aber einmal auf ein mögliches Ziel davon: der Erfolg. Wie definierst du dies?

Erfolg ist das Ergebnis aus der Summe von Talent, harter Arbeit und viel Zeit.

Wie bekommt man eine duale Karriere – Squash und Studium – unter einen Hut? Wie meisterst du das?

Das kommt immer ganz auf die Person an. Ich setze vermehrt auf Squash, aber natürlich wird es Phasen – besonders während der Klausurzeiten – geben, wo der Pendel eher zur Seite des Studiums ausschlagen wird.

Viele Squasher haben einen Lieblingsschlag. Hast du einen?

Ja, es ist der Crosscourt-Nickshot. Es gibt im Squash nichts Schöneres.

Woran arbeitest du derzeit an dir im Squash?

Ich habe in letzter Zeit viel im mentalen Bereich mit Bart Wijnhoven gearbeitet. Darüberhinaus habe ich im Athletiktraining viele neue Eindrücke gewinnen können, wodurch wir vielseitig trainiert werden. Durch die neue Trainingsgruppe in Paderborn lerne ich von Tag zu Tag von den Topjungs. Ebenfalls lerne ich, wie man sich innerhalb und außerhalb vom Court verhalten kann, um noch mehr herauszuholen.

Kannst du uns auf eine kleine Trainingswoche in Paderborn einmal mitnehmen?

Klar. Ich trainiere in der Regel zehn Einheiten pro Woche, also zwei Einheiten am Tag von Montag bis Freitag. Jeweils montags, mittwochs und freitags steht Athletiktraining an. Dazu jeden Tag mindestens eine Squasheinheit und einmal Fitnesstraining pro Woche. On top kommt dann noch eine Regenerationseinheit. Am Wochenende ist Pause angesagt oder nur eine lockere zusätzliche weitere Session.

Danke für deine Zeit des Interviews, Robin! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben!

Kein Problem, gerne. Danke!

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

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