Anna Wedegärtner: „Bei uns findet man die perfekte Kombination aus professionellem und familiärem Umfeld!“

(LJ) Paderborn – Anna Wedegärtner ist seit rund 1,5 Jahren Geschäftsführerin des Paderborner Squash Clubs (PSC). Im DSQV-Interview nimmt sie zu vielfältigen Fragen ausführlich Stellung. Die in ihrer Freizeit leidenschaftliche Golferin spricht u.a. über ihre Zeit vor dem PSC und über ihre Ziele mit dem PSC, blickt auf ihre bisherige Tätigkeit zurück, erläutert ihre Beweggründe zum PSC zu gehen und den Umgang des Vereins mit der Corona-Krise. Außerdem skizziert sie das Erfolgsrezept des PSC und spricht über Herausforderungen im Squashsport und noch einiges Weitere.

Hallo, Anna. Du bist seit Januar 2019 Geschäftsführerin des Paderborner Squash Clubs. Was hast du vor deiner Zeit beim PSC gemacht?

Vor meiner Zeit beim PSC war ich als stellvertretende Leiterin der Abteilungen Marketing und Kommunikation an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe tätig. Davor habe ich mehrere Jahre als Pressesprecherin des Deutschen Golf Verbandes und der Deutschen Volleyballliga gearbeitet, wobei ich mein Herz für den Sport auf Funktionärsebene entdeckt habe. Studiert habe ich Sportwissenschaft (B.Sc.) in Paderborn und Sportmarketing und Kommunikation (M.Sc.) in München. Mehrere Jahre war ich nebenberuflich Freie Mitarbeitern bei einer Paderborner Lokalzeitung.

Anna Wedegärtner im ausführlichen DSQV-Interview – Bild: PSC

Wie entstand deine Verbindung zum PSC? Was waren für dich die Beweggründe zum PSC zu gehen?

Mein ganzes Studium hat sich schon immer um Sport gedreht. Im Master in München spielte ich öfters eine Runde Squash und es hat mir viel Spaß gemacht. Als ich dann nach Paderborn zurückkehrte, spielte ich regelmäßig alle zwei Wochen beim PSC hobbymäßig, hatte aber nie ein Bundesligaspiel gesehen damals. Mit meinem Wissen aus dem Studium gepaart mit den beruflichen Erfahrungen aus dem Liga- und Verbandsbereich als Pressesprecherin habe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben.

Wie seid ihr als PSC bisher durch die Corona-Krise gekommen? Wie ist der aktuelle Sachstand bei euch?

Ich würde sagen, dass wir bisher mit dem blauen Auge davongekommen sind. Die erste staatliche Hilfe für Vereine und Kleinunternehmer reichte nur ein paar Wochen, sodass wir auf weitere Hilfe angewiesen waren. Wichtig war und ist, dass wir auf unsere Sponsoren zählen können, wenn wir auch den einen oder anderen Abgang bisher zu verzeichnen hatten. Um die Personalkosten zu senken, haben wir unsere Öffnungszeiten stark verkürzt. Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang auch ein Hygienekonzept erstellt, was von der Stadt Paderborn genehmigt wurde.

Jeder hat Ziele. Wie sind einiger deiner Ziele mit dem PSC?

Kurzfristig verfolge ich natürlich das Ziel, dass wir unsere Deutsche Mannschaftsmeisterschaft bei den Damen und Herren verteidigen. Mittel- und langfristiges Ziel ist es, Squash speziell der Jugend näher zu bringen, was mir sehr am Herzen liegt. Denn: Die Jugend ist die Zukunft. Nur aus einer breiten Masse kann auch Klasse generiert werden. Dazu möchte ich u.a. unsere Teilnahmen an diversen Events wie Straßenfesten etc. mit unserem aufblasbaren Court intensivieren. Natürlich möchte ich u.a. auch unsere Netzwerke zu Partnern, Freuenden und allen anderen Squashbegeisterten stetig weiter ausbauen.

Lasse uns einmal teilhaben an einem gewöhnlichen Tag bei dir. Wie sieht dieser grob aus?

Morgens beginne ich meistens mit dem Abarbeiten aufgelaufener E-Mails. Danach stehen oft innerhalb eines Tages mehrere Meetings an, die teilweise auch am Abend stattfinden. Durchgehend muss ich mich um den Anlagenbetrieb unserer Squashcourts im Ahorn Squash kümmern, wo u.a. viel Kommunikationsarbeit zu leisten ist. Außerdem stehen regelmäßige Austausche mit unseren Sponsoren, Förderern, Spielerinnen und Spielern sowie weiteren Angestellten und dem Vorstand auf der täglichen Agenda. Netzwerkarbeit ist somit ein sehr großer Teil meiner Arbeit.

Bleibt bei diesem Arbeitspensum noch ausreichend Zeit für Freizeitaktivitäten? Treibst du auch selbst Sport?

Ich bin leidenschaftliche Golfspielerin! Mit dem Volleyball habe ich vor drei Jahren aufgehört. Golf ist ideal, um an der frischen Luft den Kopf frei zu bekommen. Besonders gut gefällt mir dabei, dass man sich mit Männern auf Augenhöhe messen kann. Aktuell bin ich grade dabei, meinen Trainer-C-Schein Breitensport im Golf zu absolvieren. Die Prüfung ist im Oktober.

Für die Prüfung drücken wir bereits jetzt die Daumen. Paderborn ist eine Sportstadt. Wie sieht eure Zusammenarbeit mit anderen hochklassigen Vereinen und weiteren Institutionen aus?

Paderborn ist zurecht Sportstadt! Wir stehen im regen Austausch vor allem mit den hochklassigen Vereinen der Stadt. Das Gremium heißt „Forum Paderborner Spitzensport“, in dem der PSC seit seiner Gründung festes Mitglied ist. Somit ist es durch regelmäßige Treffen möglich, sich gegenseitig zu supporten und voneinander zu profitieren. Das durch das Forum ins Leben gerufene Sportinternat schafft die Grundlage, um Nachwuchs im Spitzensportbereich zu fördern und zu fordern und gleichzeitig Perspektiven direkt in Paderborn zu bieten.

Was kennzeichnet Squash für dich? Was macht es einzigartig?

Zum einen ist es eine Sportart, bei der man sich in kürzester Zeit voll auspowern kann. Es ist sehr schnell, aber dennoch sehr gut verfolg- und nachvollziehbar. Zudem ist es sehr dynamisch, das mag ich auch.

Welche speziellen Herausforderungen siehst du im Squashsport?

Es ist wichtig, dass wir mehr Leute für den Squashsport begeistern. Kinder müssen als Zukunft angesehen werden und langfristig an den Sport gebunden und begeistert werden. Wie ich bereits sagte: Nur aus der Masse kann sich der Spitzensport entwickeln. Außerdem begrüße ich es sehr, wie sich der Deutsche Squash Verband derzeit aufstellt. Die Zusammenarbeit mit dem Verband, hier besonders mit dem neuen Vizepräsidenten Strategie und Management Christian Oswald, aber auch dem weiteren Präsidium und allen weiteren Verantwortlichen, ist sehr angenehm.

Du bist nun rund eineinhalb Jahre beim PSC als Geschäftsführerin tätig. Was sind deine bisherigen Meilensteine im Groben? Wie fällt dein Fazit über deine bisherige Tätigkeit aus?

Ich bin nach wie vor begeistert, was hier in Paderborn für ein professionelles Umfeld arbeitet, das gleichzeitig sehr familiär ist. Durch mein Wissen im Presse- und Öffentlichkeitsbereich habe ich zunächst die Außendarstellung des Vereins vor allem im Bereich Social Media intensiviert und etwas angepasst. Zudem haben wir seit rund einem Jahr mit Hendrik Vössing einen neuen Headcoach. Mir war es besonders wichtig, dass dieser fließend deutsch spricht und auch einen guten Draht zur Jugend hat. Hendrik hat mich voll überzeugt und ich bin sehr zufrieden mit seiner Arbeit. Außerdem haben wir seit Kurzem eine eigene Homepage für den Betrieb unserer Squashcourts im Ahorn Squash, was es so bisher auch noch nicht gab und mit viel Aufwand verbunden war.

Der PSC ist eine Erfolgsgeschichte mit vielen Rekorden. Was ist das Erfolgsgeheimnis des PSC?

Bei uns findet man die perfekte Kombination aus professionellem und familiärem Umfeld, in dem sich alle Vereinsmitglieder sehr wohl fühlen. Außerdem ist eine hauptamtliche Geschäftsstelle ein sehr wichtiger Baustein, um professionelle Strukturen aufzubauen und zu erhalten. Zuletzt schafft die Stadt Paderborn als Sportstadt ebenfalls beste Rahmenbedingungen. Mit dem Ahorn Sportpark haben wir das ideale Trainingsumfeld. Ich fühle mich beim PSC sehr wohl und bin sehr stolz, die Geschäftsführerin des PSC sein zu dürfen. Mein großer Dank gilt dem ganzen Verein mit seinem Vorstand um den 1. Vorsitzenden Andreas Preising und allen weiteren Angestellten, das mir in allen Belangen eigenverantwortliche Arbeit ermöglicht.

Danke für deine Zeit, Anna. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben.

Gerne, kein Problem.

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

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