39. Deutsche Einzelmeisterschaft: Kandra unterliegt Rösner in vier Sätzen – Hennes gewinnt Finale gegen Sina Wall

Jugend

Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften in Böblingen gab es Standing Ovation auf der Tribüne des Pink Power für die Akteure des Herrenfinales: Simon Rösner hatte seinen achten Titel in Folge geholt, aber sein Paderborner Kontrahent Raphael Kandra (2) hatte ihm einen Kampf auf Biegen und Brechen geliefert und ihm einen Satz abgenommen. Bei den Damen gab es eine kleine Überraschung: Nicht die favorisierte und an 1 gesetzte Sina Wall gewann, sondern Franziska Hennes (2) verteidigte ihren Titel aus dem Jahr zuvor. Platz 3 belegten bei den Damen Annika Wiese und bei den Herren Rudi Rohrmüller.

Es war ein Feuerwerk an brillanten Schlägen, das Simon Rösner und Raphael Kandra abbrannten. Es war der 23 Jahre alte Fürther Kandra, der das Spiel zunächst dominierte und sich – bedingt durch leichte Fehler Rösners – den ersten Satz holte. Danach schien sich der deutsche Serienmeister aber besser eingestellt zu haben. Er vermied die riskanten Schläge, machte das Spiel schnell und zwang den Linkshänder Kandra mehr aus seiner Vorhandseite zu agieren. „Ich habe versucht am Anfang Druck aufzubauen, habe aber gewusst, dass es schwer wird das Tempo durchzuhalten“, gestand ein völlig erschöpfter Raphael Kandra hinterher. Nachdem der zweite Satz noch relativ ausgeglichen war, setzte sich die Dominanz des Weltranglistenelften Rösner ab Satz drei durch. Nun landeten die Bälle immer öfter im Nick und der Gewinn des achten Titels war nur noch eine Frage der Zeit. Der 26 Jahre alte Rösner zollte hinterher Raphael Kandra den höchsten Respekt: „Eigentlich gehört er inzwischen mindestens unter die Top 50 der Welt.“ Der gebürtige Würzburger, der wie Kandra für Paderborn spielt, freut sich besonders, dass so starke Konkurrenz aus dem eigenen Lager nachwächst. „Das macht Hoffnung für die kommenden Europa- und Weltmeisterschaften im Teamwettbewerb“, so Rösner. Mit seinem achten Meistertitel hat Simon Rösner den vorletzten Schritt zur Einstellung des Uralt-Meisterrekords von Hansi Wiens gemacht, der neun Mal den Pokal in den Händen hielt. Allerdings war Wiens bereits 33 Jahre alt als er das neunte Mal gewann. Da hat Simon Rösner noch eine Menge Zeit und die Gelegenheit eine deutlich höhere Bestmarke zu setzen. Die Thronfolger wie Raphael Kandra und Rudi Rohrmüller warten allerdings nur auf eine Schwäche des Meisters.

Im „kleinen“ Finale hatte der ebenfalls 22 Jahre alte Rudi Rohrmüller seine exzellente Form bei dieser Meisterschaft unterstrichen. Der Rosenheimer, der bei den Skwosch Fröschen Marburg in der 2. Bundesliga auf der Spitzenposition spielt, hatte schon Rösner tags zuvor das Leben schwer gemacht. Nun zwang er im Spiel um Platz drei Jens Schoor (Black & White RC Worms) in vier Sätzen in die Knie und scheint damit seine Nominierung für die Europameisterschaften in Italien zu zementieren. Lob kam jedenfalls aus berufenem Munde: „Mit seinen derzeitigen Leistungen ist Rudi Rohrmüller ein echte Verstärkung“, sagte Bundestrainer Oliver Pettke.

Bei den Damen begann Sina Wall druckvoll gegen ihre Clubkameradin Franziska Hennes und nichts deutete auf eine Titelverteidigung von Hennes hin. Mitte des zweiten Satzes begann sich jedoch das Blatt zu wenden: Die 22-jährige Hennes spielte nun druckvoller, machte weniger Fehler und holte sich Satz zwei. Im dritten konnte aber die 24 Jahre alte Sina Wall, die vor ihrer schweren Knieverletzung auf Platz 41 in der Welt rangierte, nochmals gegenhalten. Doch in den Sätzen vier und fünf hatte die Titelverteidigerin mehr zuzusetzen und zwang mit präzisem Spiel ihre Gegnerin zu Fehlern. „Ich hatte vielleicht den Vorteil, dass ich keinen Druck hatte und etwas freier aufspielen konnte als Sina (Wall)“, bekannte nach dem Spiel eine überglückliche Franziska Hennes. Die Favoritenrolle wird sie allerdings in 2015 nicht so leicht loswerden, wenn es darum geht den dritten Titel in Folge zu holen. Sina Wall war vor allem zufrieden, dass sie nach eineinhalb Jahren verletzungsbedingter Pause wieder auf Topniveau mithalten kann: „Mehr war mental und physisch heute einfach nicht drin.“

Weitere Informationen finden Sie unter https://squashnet.de/dem-2014/ 

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